Der Orden

18.09.07

Die Rivelliten sind eine landesweite Vereinigung von Ordensburgen, Tempeln, Preistern und Waffenträgern. Die Aufgabe jedes Rivelliten ist es, für Recht und Ordnung zu Sorgen, die Bevölkerung zu schützen und jederzeit bereit zu sein sich für das Herzogtum und die Kirche Nerinas zu opfern. Bezahlt werden sie gleichermassen aus der Kirchenkasse wie aus den Steuereinnahmen. Die Rivelliten sind noch immer eine beliebte Wahl für alle, die sich lieber einer militärischen Hierarchie fügen als dass sie einer geordneten Arbeit nachgehen, solange im Orden noch längst nicht alle Posten besetzt sind, sind auch die Chancen auf eine Karriere nicht zu verachten.

Die Gründung des Ordens

Eine genauere Geschichte findet sich unter Geschichte des Ordens

Gegründet wurde der Orden der Rivelliten aufgrund einer Reihe von Umständen die vor wenigen Jahren zusammentrafen.

Schon seit einiger Zeit war dem Herzog und den Grafen das bisherige System zur Bekämpfung von Bedrohungen aller Art zuwider. Das Mobilisieren von Truppen aus der Bevölkerung dauerte viel zu lange und lieferte eine Armee von schlecht ausgerüsteten und noch schlechter ausgebildeten Soldaten, die den einzigen Wunsch hatten wieder nach Hause zu kommen und dem auch folgten, spätestens wenn Erntezeit war. Der Stand der Ritter hatte nicht mehr die Stärke wie auch schon, manch einer dieser Herren, die einst das Herzogtum beschützt hatten hielten sich lieber in Schenken als im Freien auf und stemmten lieber Fässer und Krüge als Lanzen und Schilde. Ausserdem hatten schon seit längerer Zeit die verschiedenen Tempel der drei Götter Bedenken geäussert, dass sie im Falle einer Bedrohung durch nichts geschützt seien, da sie sich keine Wachen leisten konnten die nicht wie die übrige Armee davonliefen wenn sie ihrer Familie helfen mussten. Dazu kam die zu der Zeit neu erschienene Bedrohung durch die gefallene Grafschaft Solyr. Der Herzog konnte weder das Aufstellen einer Armee länger aufschieben, noch konnte er mit den zur Verfügung stehenden Mitteln gegen Solyr ziehen. Er brauchte eine Armee und er brauchte sie schnell. Um alles noch schlimmer zu machen herrschten zu dieser Zeit immer wieder Streitereien zwischen den Klerikern und den Adligen, ob es um Landbesitz, Schutzrechte und Geld ging. Ein offener Konflikt war mehr als einmal in greifbarer Nähe und konnte nur durch Glück oder Besinnung im letzten Moment verhindert werden. So sandten die vier Grafen je ihren höchsten Kleriker und ihren führenden Kriegsherren zur Burg des Herzogs, um ihm den Vorschlag eines Ordens zu unterbreiten. Es sollte ein Orden entstehen der sämtliche Armeeformen bis dahin ablösen sollte, ein stehendes Heer von ausgebildeten und ausgerüsteten Truppen, jederzeit bereit den Feinden der drei Götter oder denen des Herzogtums die Stirn zu bieten. Nach langer Debatte gaben schliesslich die Kriegsherren nach und gestanden den Klerikern das zu, was diese seit Jahrzehnten verwirklichen wollten: Einen religiösen Orden, der das Land und alle Gläubigen schützt, sich aus ihnen zusammensetzt und welcher der heiligen und geheimen Quelle von Rivell gewidmet ist. So zogen die acht Abgesandten und der Herzog zum streng geheimen Platz der mystischen Quelle des Göttertrunkes und besiegelten den Orden durch den Kelch von Rivell, welcher bis anhin das höchste Relikt des Ordens ist und sich in mancher ihrer Insignien auftaucht.

Heute sind die Rivelliten ein straff organisiertes Netzwerk von Ordensburgen und Tempeln. Sie sind Polizei und Sicherheitsdienst im ganzen Land. In der feudalen Hierarchie haben sie nichts zu suchen, sie stehen ausserhalb der normalen Standesgesellschaft. Gerade weil sie selbst über zahlreiche Rechte der Gerichtbarkeit verfügen kollidieren sie häufig mit den Richtern und Herrschern der feudalen Gesellschaft Riedhburgs, die zwar längst nicht mehr so stark ist wie früher, aber trotzdem noch viel Einfluss auf das Land und die Bevölkerung hat. Für viele ist der Orden nicht nur ein Beschützer und Ordnungshüter, sondern auch ein Ort an dem alle die Gelegenheit haben eine Karriere zu beginnen, für ihr Land zu arbeiten oder einfach vom staubigen Acker wegzukommen.

Die Insignien des Ordens

Das Wappen
Als Wappen des Ordens wählten die Gründer den weissen Grund mit einem Querstreifen in roter Farbe, oberhalb des Wappens die Schilfrute als Symbol für das Herzogtums, auf der andern Seite die drei Kelche als Symbol für die Kirche und den heiligen Kelch von Rivell, manchmal auch “Kelch der Günder” genannt. Diese Farben trägt jeder Rivellit und mit seiner Farbe zeigt er an, welchen Rang er hat.

Die Farben
Jeder Rivellit trägt einen Wappenrock mit seinen Farben auf der Brust. Desweiteren tragen alle Mitglieder des Ordens eine Kordel an der Schulter um ihren Status zu markieren. Ein Soldat jeder Lanze trägt eine speziell markierte Kordel, sie zeichnet ihn als Stellvertreter des Kommandanten aus.
Blau
Der niedrigste Rang der Rivelliten. Jedes neue Mitglied beginnt damit als Novize in den verschidenen Künsten, welche die Rivelliten unterrichten. Sie werden im allgemeinen Novizen genannt, um sie von den höherrangigen Rivelliten zu unterschieden. Diesen Rang erhält man beim Eintritt in den Orden.
Grün
Ein vollwertiges Mitglied der Rivelliten trägt die Farbe grün, er ist nicht mehr länger dazu verpflichtet sich als Knecht oder Novize zu verdingen. Um diesen Rang zu erreichen ist die Anerkennung eines Meisters und zweier Rivelliten nötig.
Rot
Die Farbe Rot markiert einen Kommandanten einer Lanze, er hat die Befehlsgewalt über alle ihm zugeteilten Rivelliten und stellt ihre Verbindung zum Burgherren dar.

Die Abzeichen
An der rechten Schulter oder am Hut getragen, zeigen die Abzeichen welche Befugnisse ein Rivellit hat.
Ein stilisierter Turm: Dieser Rivellit gehört zu einer Stadtwache. Seine Befugnisse sind die niedere Gerichtbarkeit, allerdings nur in der Stadt in der Dienst getan wird.
Ein Schwert: Dieser Rivellit verfügt über die niedere Gerichtbarkeit.
Zwei gekreuzte Schwerter: Dieser Rivellit verfügt über die höhere Gerichtbarkeit. Natürlich auch über die niedere. Wird nicht unter Kommandant vergeben.

Viele Rivelliten tragen ausserdem noch Abzeichen von ihrer Ordensburg, ihrer Sektion oder sogar ihrer Lanze. Auch zahlreiche religiöse Abzeichen werden getragen, haben jedoch keine Bedeutung im rechtlichen Sinne.
Die Meisterschärpe: Wann immer ein Rivellit die Zeit und die Fähigkeit dazu hat, kann er sich daran wagen die Meisterschärpe zu verdienen – dazu muss er an der jährlichen Prüfung bestehen. Ein Meister erhält mit dem Meistertitel eine Schärpe die sein Fachgebiet kundtut und ihn bemächtigt Rivelliten jedes Ranges zu unterrichten und ihm von den Aufgaben eines Kommandanten befreit, sofern er das will. Häufig gesehene Meisterschärpen sind zum Beispiel, Fechten, Reiten, Bogenschiessen oder Ringen. Eher selten gesehen werden beispielsweise Artilleristen, Ingenieure oder Musikanten, aber es gibt für fast alles irgendwo im Herzogtum einen Rivelliten der die Meisterschärpe dazu trägt.

Hierarchie & Organisation

Der Höhere Rat
Dieser Rat ist die höchste Instanz des Ordens und auch der Kirche Riedhburgs. In kirchlichen Dingen wird der Rat von den Tempelherren und deren Beratern unterstützt, in Ordensangelegenheiten hat er die volle Befehlsgewalt. Nur der Herzog selber hat ein Veto-Recht in den Entscheidungen des Rates. Die Mitglieder des Höheren Rates wären fünf, jeweils aus einer Grafschaft. Der Adel des Herzogtums nahm diese Zusammensetzung der Ordensführung damals mit Empörung auf. Das Ignorieren der weltlichen Herrscher aus der Ordensführung ist heute noch eine Angelegenheit über die sich die Gemüter rasch erhitzen können.

Die Burgherren
In der Hierarchie unter dem höheren Rat liegen die Ordensburgen der Rivelliten. Geführt vom Burgherren, seinem Stellvertreter, seinem Verwalter und seinen Knechten, den Burghütern. Ein Burgherren hat die Befehlsgewalt über alle Kommandanten in seiner Burg sowie über die Burghüter. Zusammen mit dem Verwalter ist er für die Verteilung und Verwendung der Gelder und Güter die der Burg zukommen zuständig. In den Burgen werden die Rivelliten gesammelt, ihren Aufgaben zugeteilt, ausgerüstet und gemustert. Übungen und Training finden hier statt, ebenso wie der Orden in den Burgen Gericht hält.

Die Kommandanten
Jeder Burgmeister hat in seiner Burg mehrere kleine Truppen einquartiert, selten grösser als zwanzig Rivelliten, die Lanzen. Eine Lanze besteht aus mindestens zwei Rivelliten und einem Kommandanten, es ist nie mehr als ein Kommandant für eine Lanze zuständig, genauso wie es keine Lanze ohne ihn gibt. Die Kommandanten sind für ihre Untergebenen Soldaten verantwortlich, vor allem wenn sich Novizen darunter befinden. In den Grenzkriegen sollen hin und wieder kleinere Trupps bestehend aus Kommandanten eingesetzt worden sein um spezielle Aufgaben zu erfüllen. Ein Kommandant der keine Lanze befehligt ist nicht untätig, viele Aufgaben in Verwaltung und Planung sind von solchen besetzt.

Die Templer
Eine besondere Erwähnung verdient die wohl verschrobenste Einheit der Rivelliten, die Templer. Unter den Priester-Adepten gibt es einige die sich nicht mit dem Leben eines Klerikers oder Priesters zurechtfinden. Sie haben die Möglichkeit, ihre Dienste am Orden vollkommen der Kirche Nerinas zu widmen und ein Templer zu werden. Die Templer sind wie die übrigen Rivelliten in Lanzen gegliedert und anstatt in den Burgen in den Grossen Tempeln einquartiert. Nach ihrer Ausbildung zum Priester ersten oder zweiten Grades werden die jungen Templer jahrelang in den Kasernen der Tempelherren zu Elitekämpfern trainiert. Ausgerüstet mit dem Besten das die Arsenale der Tempel hergeben, von den Veteranen der Templergarde ausgebildet und mit einer grossen Portion Fanatismus gibt es nicht viele die sich mit diesen Gotteskriegern messen können. Die Hauptaufgabe der Templer ist es, die Tempel zu bewachen und im Ernstfall mit ihrem Leben zu Verteidigen sowie wichtige Zeremonien oder Wallfahrten hoher Kleriker zu sichern. Friedenszeiten gibt es nicht, da sie ständig damit beschäftigt sind, Verletzungen des Magieraumes zu suchen und zu verhindern. Jeder Templer ist an einen Eid gebunden, jedem gläubigen Riedhburger zu helfen, sollte dieser in Not geraten, sowie gegen jene vorzugehen die den Glauben Nerinas verweigern oder gar freveln. Unter den Templern gelten dieselben Kleiderregeln und Rangordnungen wie bei den übrigen Rivelliten, nur das übrige Rivelliten keinerlei Befehlsgewalt über die Templer haben. Templer haben als Priester nicht die Pflicht einen Priesterschafts-Stab zu tragen, es gehört jedoch zum guten Ton, einen zu besitzten und mitzuführen. Zu erkennen sind die Templer an einem Band aus grauem Stoff das sie am Helm, Hut oder am Arm tragen, was jedoch meist überflüssig wäre da man sie an ihrer Ausrüstung und dem Priesterschafts-Stab schon von weitem erkennen kann.

In dieser rudimentären Hierarchie nicht aufgeführt ist der Botendienst, der Transportdienst, die zahlreichen Verwalter sowie die übrigen Schreiber, Priester, Handwerker, Knechte, Mägde und Diener.

Fangorn

Riedhburg 1-22, Hintergrund

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